Auch 36 Stunden nach dem Spiel ist es still auf den offiziellen Seiten des MSV, anders als sonst, wenn es Erfolge zu verkünden gibt. Dabei war das Spitzenspiel doch ein Erfolg. Zumindest wenn man über den Tellerrand schaut. Bei bestem Fußballwetter, mit einem glänzend aufgelegten Schiedsrichtergespann unter der Leitung der routinierten Margarete Mai, und vor zahlreichen Zuschauern boten die Protagonistinnen des Spitzenspiels der Niederrheinliga eine Vorstellung auf taktisch, kämpferisch und technisch hohem Niveau. Und Spannung war auch jede Menge drin! Auch wenn wir nur ein Dorfclub sind, gestern waren wir groß! Coach Sandro Scuderi hatte gemeinsam mit seinem Co Marcel Kempkes ganz offensichtlich die richtige Form der Vorbereitung auf dieses Topp Spiel gefunden, und ebenso sicher die richtige Einstellung seines Teams vorgenommen. Die KÄMPFERHERZEN Seniors jedenfalls präsentierten sich in bester Form als es auf den Platz ging. Auch wenn das Gerücht die Runde machte, dass so manche junge Spielerin vor der Begegnung ihr Frühstück nicht angerührt hatte, sie waren voll da! Wie ernst der Gegner dieses Spiel nahm und wie wichtig ihnen der Erfolg war, konnte man an der Startaufstellung sehen, bei gut der Hälfte des Teams griff Trainer Sascha Beck auf erfahrenere Spielerinnen zurück, gleichwohl ist der Kader der Zebras zusammen mit unserem, der mit Anstand jüngste der Liga. Scuderi indes blieb seiner Linie treu und gab den Spielerinnen das Vertrauen die in die taktische Marschroute des Matchplans für dieses Spiel am besten passten. Der gesamte Kader war am Platz und alle, wirklich alle fieberten mit. Und die schwarzweissen erwischten einen Einstand nach Maß, gleich von Beginn an ging es druckvoll in die Zweikämpfe und die pfeilschnellen Akteurinnen der Warbeyener zeigten sich immer einen Schritt entschlossener und schneller in den Zweikämpfen. Spiel über aussen, Zara Rickes flankt unbedrängt eine ihrer Bogenlampenflanken und diese segelt über Freund und Feind hinweg am zweiten Pfosten vor das Tor, schlägt auf und kullert über die Linie. Da war Keeperin Carlos Harti einfach nicht richtig da. 1:0 nach drei Minuten. Das frühe Tor zeigt Wirkung. Zwanzig Minuten lang ist der Gastgeber feldüberlegen und Duisburg verunsichert. Doch die hohe Qualität der Gäste zeigt sich immer wenn der Ball schnell läuft und das Zentrum mit wenig Kontakten überspielt wird. So kommt in der 20. Minute ein scharfer Ball auf das Tor von Anni die diesen Schuss glänzend pariert. Doch im Nachschuss kann Leonie Jäger unter dem Jubel des mitgereisten Fanclubs der Zebras für ihre Farben ausgleichen. Nun ist es ein sehr kämpferisches Spiel bei dem es um jeden Zentimeter Rasen geht. Doch die Schiedsrichterin Mai erweist sich als Glücksfall für diese Partie, assistiert von zwei hervorragend besonnenen Kollegen an der Seitenlinie (Mirza Özkacar und Ralf Vogels) hat sie die Partie jederzeit bestens im Griff. Es geht mit einem nicht unverdienten 1:1 in die Pause. Im zweiten Spielabschnitt zeigt sich der MSV beherzter und entschlossener, aber keineswegs zwingender. Warbeyen erstickt alle Angriffsbemühungen im Keim und nutzt die Umschatmomente so effektiv wie selten zuvor. In Minute 59 erkämpft sich Sophie Schneider den Ball spielt diagonal auf Shirin, die steckt auf halblinks durch in die Spitze, Julia Hülsken drängt explosiv in den Strafraum und zieht flach unten rechts in die lange Ecke ab – 2:1! Die Fanschar eskaliert! In der Folge ändert sich am Bild nicht mehr viel, MSV drängt und Warbeyen hält dagegen, und ist immer wieder über Konter gefährlich. Nach sage und schreibe 8 Minuten (berechtigter) Nachspielzeit erlöst Margarete Mai die Gastgeber mit dem Schlusspfiff. Zum ersten Mal kann Schwarzweiss die Zebras im Seniorenbereich schlagen. Und trotz Verstärkung aus dem Bundesligateam das spielfrei hatte, waren die Duisburger nie zwingend überlegen. Diese Erkenntnis alleine war das Spiel wert. Nun heisst es, Bodenkontakt behalten, noch härter arbeiten, demütig bleiben und jedes Spiel als Endspiel betrachten. Denn nun sind wir die gejagten!