Nein es war kein schönes Spiel, es war phasenweise sogar richtig schlecht. Nicht vom Gegner, der hat getan was sie konnten und was zu erwarten war, Lena wird’s schon richten. Doch am liebsten hätte man ihr zugerufen „(…) Lena, du hast es oft nicht leicht (…)“, immer diese zeckigen und bissigen Kinder an den Stiefeln, wie soll man da noch Fußball spielen?! Doch der Reihe nach; das Wetter meinte es gut mit den Warbeyenern, die wieder einmal in der GETEC antreten durften und auf einer bestens hergerichteten Platzanlage vor gut 200 Zuschauern im Derby auf die Spargelstädter trafen. Und es war von Beginn an zu sehen dass dieses Spiel ein echtes Derby werden sollte. Bereits in der ersten Spielminute erhielten die Gäste aus dem Südkreis einen Freistoß zugesprochen der, ohne dass Freund und Feind ihn berührten ins Tor segelte. 0:1! Das trägt sicher nicht zu einem sicheren Spiel bei. Trotz einer konsequent leistungsbereit geführten Partie brachten sich unsere jungen Damen permanent selber in Not. Leichte Abspielfehler, gruslig misslungenes Aufbauspiel – es war streckenweise nicht anzuschauen. Doch mit der Zeit stellte sich das Spiel der Gäste als einfach zu leicht berechenbar und wirkungslos heraus. Trotz der ein oder anderen gelungenen Finte, der letzte Ball immer auf Lena Jansen reicht dann doch nicht aus. Dazu ist die Kette der schwarzweissen dann doch einfach zu gut. Die ebenso erfahrene wie hochgradig genervte Walbecker Formation verlor sich in all zu viel „Cleverness“ und wusste die Unsicherheit unserer Kückenelf nicht für sich zu nutzen. Wenn dann immer mal wieder ihre unbeschwerte Spielfreude und talentierte Spielführung aufblitze, kombinierten sich die Gastgeber in aussichtsreiche Situationen. In der 22. Spielminute konnte eine solche Aktion nur durch ein Foulspiel unterbunden werden, Julia Hülsken war mit fairen Mitteln nicht zu stoppen. Den Ball legte sich „Miss Schusstechnik“ Hannah Giebels zurecht. Ohne das man den Druck der auf ihren Schultern lastete erkennen konnte, schlenzte sie den Elfer oben rechts in den Giebel, der vermutlich genau deshalb so heisst. 1:1! Der Treffer gab Aufwind – keine Sicherheit. Doch das Spiel wurde in dieser Phase wieder besser. Eine gelungen Aufbaukombination brachte den Ball auf Sophie Schneider die endlich mal beherzt andribbelte und so Mariken Kroon freispielte, die brach aussen durch und flankte stramm ins Zentrum, dort bewies Shirin ihren Torriecher und flog etwa 8 cm über der Grasnarbe in den Ball. 2:1 per Flugkopfball, selten gesehen – und genossen! Mit dieser knappen Führung traten die etwa 18 unzufriedenen Akteure des Gastgebers den Gang in die Kabine wie den Gang nach Canossa an. Was in der Kabine besprochen wurde bleibt uns verborgen, doch zumindest in Teilen muss es gefruchtet haben. Keineswegs fehlerfrei, aber deutlich griffiger gingen die Warbeyener in die zweite Spielhälfte in der bereits nach zehn Minuten die Gegenwehr der Gäste langsam schwand. Remy konnte nach Verletzungspause in Minute 52. wieder auf die heissgeliebte Sechser Position und für Shirin kam in der 54. Djanae Borgers ins Spiel. Es wurden nun immer häufiger Kombinationen über mehrere Stationen gezeigt und das Spiel unserer Mädels wurde gefährlicher. Es lag ein Ausbau der Führung in der Luft, aber Walbeck blieb auch über Konter gefährlich. Dann kam Kante seine Schwester; Danisha Bruins betrat in Minute 70. das Feld und sie war entschlossen etwas zu ändern. Wieder eine sehr gute Spielverlagerung, Julia zieht von halblinks ab, die Torhüterin pariert, Nachschuss Danisha, ein Bein des Gegners dazwischen – nochmal Dansiha, mit Technik, Verstand und Entschlossenheit – und der Ball schlägt krachend im Gehäuse ein! 80. Minute, 3:1 – die Entscheidung!

Nein es war kein gutes Spiel – phasenweise ein schlechtes. Doch mit etwas Abstand sieht man folgendes: Das komplette Mittelfeld defensiv und offensiv, bestand aus 16 und 17jährig-jungen Damen. Die Defensive aus zwei 18jährigen und einer 19jährigen. Lediglich im Sturm und im Tor stand je eine Spielerin die über zwanzig war. Wenn man nun noch weiss mit welchen Nebenkriegsschauplätzen sich dieses junge Team in dieser Woche befassen musste – dann hakt man dieses Spiel schnell ab und kommt zu folgender Erkenntnis: Alle, wirklich alle im Verein wären gut beraten, alles, wirklich alles dafür zu tun, dass sich dieses Team einzig und allein auf Fußball konzentrieren kann. Denn dann dürfen wir uns sicher noch lange an ihrem Talent erfreuen. Und solche Spiele müssen wir dann seltener sehen…