100% Fußball möchte man da sagen. Mit allem was (wohl) dazugehört. In der letzten Saison konnte unser (damals schon) junges Aufsteigerteam gegen die mit allen Wassern gewaschenen Steeler keine Punkte holen. Am vergangenen Sonntag liefen sie mit gerade einmal drei Spielerinnen über 20 auf, und warfen alles was sie hatten in das Spiel. Und es war ein Kampf mit Haken und Ösen. Trotz anderen Matchplans entschied sich das Team bereits in den ersten Minuten es etwas verhaltener anzugehen und gerade deshalb dürfte der Coach trotz der eigenwilligen Interpretation des Matchplans zufrieden gewesen sein. Denn er sah das, was er seit Wochen mit Engelsgeduld predigt; eine kompakte Grundordnung gegen den Ball, mutige Vorstöße und ein leidenschaftlich kämpfendes Team dass sich mit sportlichen und spielerischen Mitteln gegen die teilweise überaus ruppige Gangart zur Wehr setze. Was auch immer die Gastgeberinnen versuchten um unser Team aus dem Konzept zu bringen, sie hatten sich den falschen Tag und die falschen Gegner ausgesucht. Nachdem der Rauch der Auseinandersetzung sich verzogen hat, wird der Blick frei auf ein Spiel bei dem die schwarzweissen aus dem Spiel heraus kaum eine Chance zuliessen und bei (unvermeidbaren weil menschlichen) sogenannten „individuellen“ Fehlern alle gemeinsam den Brandherd löschten. Teamgeist pur. Das die Gastgeber große individuelle Klasse in ihren Reihen haben und das sie spielerisch sicher mehr können als das was sie gestern gezeigt haben ist wohl allen Beteiligten klar. Doch es war nicht zuletzt das beherzte und disziplinierte Auftreten der KÄMPFERHERZEN was den Roten das spielen und kombinieren schwer machte. Bereits in der dritten Spielminute; Anna auf der rechten Aussenbahn hat keine Ansppielstation im Zentrum, bricht folgerichtig ab und spielt noch mal nach hinten, Chloé nimmt das Anspiel auf, dribbelt diagonal Richtung Zentrum, Schnittstellenpass, Sprint von Danisha (Parallel sprintet Fini mit), Abschluss von der Strafraumkante, die Torhüterin kann nicht festhalten und klatscht nach vorne ab, Fini ist da und verwertet! Auch und gerade bei mehrmaliger Betrachtung der Videoaufnahmen zeigt sich, trotz Verdachtes – kein Abseits. Im Moment der Ballabgabe erst, macht die Gegenspielerin den Schritt nach vorne und Danisha den in Richtung Tor, sieht man den Moment der Ballannahme riecht es nach Abseits. Aber das ist falsch. Also, gut reingekommen, weiter gehts. Unverändertes Bild, Essen mit mehr vom Spiel, Warbeyen in geduckter Haltung immer auf dem Sprung. Dann, nach einer sehr guten Balleroberung im Defensivverbund ein wunderbar vorgetragener Angriff über mehrere Stationen mit nur einem Ballkontakt, Querpass von Anna von rechts in die Box, Essen kriegt den Ball nicht richtig geklärt und er landet auf Blaessis Fuß etwa 35 Meter vor dem Tor, sie dribbelt an, wundert sich kurz über den weiten Raum rund herum, dribbelt weiter, ist durch, steht plötzlich blank vor dem Tor und verwertet eiskalt. So darfst du Blaessi nicht laufen lassen! 2:0 in Minute 17. Und nicht unverdient. Zu harmlos die Bemühungen der Roten im Angriff, zu energisch der Zugriff der Mittelfeldkette. Ab Mitte der ersten Halbzeit gewinnen die KÄMPFERHERZEN mehr Zweikämpfe und können den Ball immer länger in den eigenen Reihen halten. In dieser Phase des Spiels kommen sie immer häufiger zu klaren Torchancen. Essen jetzt immer einen Schritt zu spät und die dadurch folgerichtigen Fouls unterbrechen immer häufiger den Flow. Dann Halbzeit. Nach dem Wiederanpfiff ist das Bild weitgehend unverändert gegenüber der Schlussphase in der 1. HZ. Mehr oder weniger ohne rechten Druck gelingt dann Steele in der 51. Minute der Anschlusstreffer durch eine Bogenlampe die sich hinter Clara ins Tor senkt. Jetzt dreht der Gastgeber wieder auf, wittert seine Chance. Zur Stabilisierung der Defensive im Zentrum bringt Coach Scuderi nun Selina Grabbe auf die Sechs, Julia Blaess rückt auf die Acht und Julia Hülsken geht in die Spitze für die angeschlagene Shirin. Das Spiel ist jetzt offener mit Chancen auf beiden Seiten, doch mit zunehmender Spieldauer kann sich Warbeyen mehr Spielanteile und ein leichtes Übergewicht an Torgelegenheiten erarbeiten. Steele gehen jetzt die Kräfte aus und Warbeyen wirkt frischer und agiler. Angriffe der Gastgeber werden zumeist kurz hinter der Mittellinie erstickt und dann geht es schnell in die Breite und Tiefe. Mit Djanae und Megan kommen noch einmal zwei schnelle und dynamische Spielerinnen die das Offensivspiel beleben. In der letzten Spielminute kann Djanae dann das Spiel für die Gäste entscheiden. Nach einem gewonnen Zweikampf kann Julia für Djanae auflegen, die trocken in die kurze Torwartecke vollstreckt. HAPPY BIRTHDAY DJANAE!! Nach den etwas verkorksten ersten 45 Minuten dieser Saioson im Heimspiel gegen Winnenkendonk haben wir nun drei Halbzeiten hintereinander sehr leidenschaftliche Vorträge gesehen, die zunehmend auch spielerisch ansehnlicher werden. Das Team ist auf einem sehr guten Weg und kann erstmal in der Niederrheinliga gegen Steele punkten. Trotz ihrer Jugend genießen sie keinerlei Welpenschutz und müssen immer wieder über die Schmerzgrenze hinaus gegenhalten. Insbesondere bei den Nachwuchskräften zeichnet sich nun die Regionalligaerfahrung aus. Es wird spannend sein zu beobachten ob im Hinblick auf Passquote und Passfrequenz noch Luft nach oben ist!