Seit etwas mehr als drei Monaten haben wir einen immer intensiveren Bezug zum Fußball „in de buurt“, und wundern uns, warum wir nicht schon früher darauf gekommen sind die Nähe zur Grenze zu nutzen. In diesen drei Monaten hatten wir einige Neuzugänge und viele Teilnehmer an Probetrainings die wir im TFZ begrüßen dürfen. Doch damit nicht genug; es haben sich auch tolle Kontakte zu niederländischen Clubs ergeben die zu Testspielen und regem Austausch führten. Und so konnten Mittwoch Abend nach den Seniors nun auch die U17er ein Testspiel auf einer traumhaften Fußballanlage, in diesem Fall in Mook, absolvieren. Und es war ein echtes Highlight. Ein Fußballplatz (Naturrasen) auf dem man gut und gerne auch hätte putten können, sehr sympathische Gastgeber und ein tolles gegnerisches Team bereiteten uns einen feinen Fußballabend. Unsere zarte U17 trat gegen ein U19 Team an, dass bei Lichte betrachtet auch eher eine U18 war. Also drei 2002er Jahrgänge, viele 2003er und ein paar jüngere. Bei uns waren drei 2003er auf dem Platz, viele 2004er einige 2005er und unser „Kükensturm“ mit zwei 2006ern. Also im Schnitt eineinhalb Jahre jünger. Aber dennoch, sie waren gewillt zu zeigen, was ihr Anspruch ist. Da keiner wusste was vom Gegner zu erwarten war, begannen wir defensiv; also Grundordnung gegen den Ball 1-5-3-2 und Pressinlinie in der eigenen Hälfte, etwa 15 Meter hinter der Mittellinie. Ziel: erstmal so lange wie möglich kein Gegentor, Sicherheit über gewonnene Zweikämpfe und erfolgreiches Pressing gewinnen. Dann längere Ballbesitzphasen schaffen und mutiger im Umschaltspiel sein, sprich Aussenbahnen hoch. Und das Leben interessiert sich natürlich nicht für einen schönen Matchplan. Bereits nach einer Minute und ein paar Sekunden stand es 1:0 für die Eendracht. Nicht weil unsere Mädels irgendetwas nicht umgesetzt hätten, sondern einfach deshalb weil eine tolle Spielerin mit einer noch tolleren Schusstechnik mal eben kurz vor dem 16er aus einer halben Drehung heraus, beinahe ansatzlos den Ball in den Giebel hämmert. Da war selbst unsere Springmaus Judith machtlos. Chapeau! Aber sehen sie, sie sehen nichts! Als wäre genau so viel passiert, nämlich nichts, blieben unsere Mädels unbeeindruckt und arbeiteten wieder sauber gegen den Ball. Hier und da noch eine Frage an den Trainer; „(…) wann muss ich jetzt vor…äh, und wann zurück (…)?!““ – aber genau so soll es ja sein, genau dafür macht man Testspiele! Also geduldiges Erklären des Trainers und geduldiges Zuhören der Mädels – und dann fällt das 2:0! Verflixt! Leichter Unabstimmigkeit – egal auch das darf jetzt noch passieren. Hauptsache: Richtig! Die Einstellung muss stimmen, und das tat sie. Erste Wechsel sollten unser Spiel etwas auffrischen; Loulou (´06) für Peri ´03), mal sehen was geht wenn Loulou das Trikot der Kämpferherzen trägt. Und Loulou gab dann gleich mal Vollgas! Wie ein Wirbelwind, kaum vom Ball zu trennen und mutig gegen die Abwehrriesen im 1:1. Und, mit Rome zusammen auch ein enormes Tempo zum Ball. Das Team arbeitet etwas weiter vorne gegen den Ball und wir spüren Schwächen im Aufbauspiel unserer Gegner wenn sie unter Druck stehen. Mehr Räume tun sich auf. Lina aus der 2. Reihe PAMM! gerade noch zur Ecke geklärt. Freistoß halbrechte Position, wieder Linksfuß Lina, an den Pfosten! Drangphase jetzt. Pia steht wie in Baum, immer wieder gefährliche Bälle in die Tiefe. Nalan und Naomi fegen rechts und links alles weg. Eckball, der Gegner kriegt den Ball nicht geklärt. Loulou in der Box, Drehung und schlenzt den Ball oben in den Winkel! Traumtor – Anschlusstreffer! Pause. Wir entscheiden uns die Pressinglinie in die gegnerische Hälfte zu schieben. Und zwar bis 15 Meter vor deren 16er. Und wir schieben die Aussen eine Linie hoch, also auf 1-3-5-2. Dank des flexiblen Systems keine Positionswechsel sondern nur ein hochschieben. Und der Plan geht auf wir haben mehr vom Spiel. Das wollten wir jetzt versuchen; eigene Chancen kreiieren. Auch wenn dann mal – richtig; ein Konter und wir liegen wieder mit zwei Treffern hinten. Aber egal. Weiter versuchen das Spiel zu machen. Wunderbarer Pass auf die Halbposition, Paulina sieht Mia (auch `06!), die geht rechts vorbei und zieht aus vollem Lauf ab – 3:2, Anschluss wieder hergestellt. Es folgen eine Reihe von prima herausgespielten Chancen, die gut und gerne auch den Ausgleich oder gar Führungstreffer hätten bedeuten können, doch zum Schluss fangen wir uns noch einen Tempogegenstoß zum 4:2 Endstand ein. Aber nochmal: kein Problem! Gegen dieses Team, zum ersten Mal mit fast dem kompletten Kader auf dem Platz, ohne vier Stammspielerinnen – eine tadellose Leistung! Das hat großen Spaß gemacht und Hoffnung – Hoffnung darauf, dass die Mission #comebackstronger erfolgreich sein wird! Immer wieder konnte eine Spielerin ahs! und ohs! verbuchen: Pia Landers – ohnehin ein Bild von einer Fußballerin, mit einer tollen Ästhetik und Technik, mit Traumpässen über 30-40 Metern, und am Mittwoch Abend als Kapitän auch der Fels in der Brandung. Grätschen, Passen, Sprinten, Köpfen – alles, absolut alles was man bei einem guten Fußballspieler sehen möchte! Käpt´n mein Käp´tn!!!