Wir schreiben die Woche drei der Vorbereitung, es sind genau noch ebensoviele bis zum ersten Ligaspiel. Bergfest also. Intuitiv einer langen Tradition folgend, testete Coach Scuderi bis dato gegen höherklassige Teams. Test The Best eben. Bisher war es allen Beteiligten gelungen das zur Schulung der Arbeit gegen den Ball zu verwenden. Und so war es auch gestern. Auch wenn wir gerne über das Ergebnis einen Mantel des Schweigens legen würden, ganz so schlimm war es garnicht. Doch zunächst gebietet der Respekt dem Gegner ein großes Lob auszusprechen: Bravo Bocholt! Das war Fußball! Kompakt im Verbund agierend, mit enormem Tempo zum Ball, entschlossen in jeder Aktion, stark im 1:1 und mit einem disziplinierten taktischen Vortrag – so trat der ambitionierte Club gestern auf. Völlig zu recht ein Regionalliga Spitzenteam. Da kann man nur gratulieren und aufschauen denn da wollen wir hin! Unseren Mädels hingegen kann und darf man die Niederlage nicht übernehmen, auch nicht in dieser Höhe. Auf dem Höhepunkt der Belastung, also zum Abschluss des dreitägigen Trainingslagers, nach bereits zwei sehr intensiven Testspielen, war ein solcher Einbruch bedingt vorherzusehen. Und es kommt dazu, Muskelverhärtungen und kleinere Verletzungen die zur Entscheidung „Schonung vor Verletzung“ führten, nahmen gleich drei Leistungsträger vor der Begegnung aus dem Team. Clara Giebels musste passen, weil das intensive Abschlagtraining eine alte Blessur am Sprunggelenk wieder auf den Plan rief, bei Zara Rickes machte beim Aufwärmen die Oberschenkelmuskulatur zu, und Shirin Timmerann, eine der erfahrensten, musste bereits im Trainingslager passen. Vier Top Nachwuchskräfte weilen noch im Urlaub, und die anderen haben die Belastung dann eben noch mehr in der Knochen. Also bleiben die Verantwortlichen entspannt, sie können das Ergebnis und den Verlauf des Spiels sehr gut einsortieren. Einige sehr wichtige Erkenntnisse nehmen sie dann auch mit aus dem Spiel: Auf entsprechendem Untergrund zeigen die jungen Wilden ein über weite Strecken sehr sicheres und intelligentes Passspiel, dass selbst Bocholt zuweilen staunen liess. Die Abläufe in der Arbeit gegen den Ball sind auf den meisten Positionen bereits sehr gut automatisiert, und zumindest während des Spiels haben die Spielerinnen untereinander ein Bild der Geschlossenheit abgegeben. Nach dem Spiel war Trauer und Wut angesagt, denn keiner verliert gerne, erstrecht nicht in dieser Höhe, erstecht nicht dieses Team. Nun wird sich eine weitere wichtige Eigenschaft eines Teams von Champions zeigen müssen – sind sie ein Team? Könnte sie sich gegenseitig aufbauen? Ein erster Charaktertest also, und bereits am Donnerstag, beim Spiel gegen die U17 Bundesligisten von SGS Essen, können sie zeigen ob, und wenn ja was sie gelernt haben.