Es ist ein neuer Stil den die Seniors dem TFZ da vorleben. Und er trägt die Handschrift des neuen Cheftrainers. Sandro Scuderi liebt die „kontrollierte Offensive“ wie ein deutscher Fußballlehrer das einmal genannt hat. Gegen den Ball steht das Team wohlsortiert mit einer Fünferkette in der letzten Reihe, davor wahlweise ein, zwei oder gar drei Sechser die das Zentrum schliessen und immer Richtung ballführende Angriffsseite des Gegners verschieben. So fällt es dem Gegner immer schwer seinen Offensivbemühungen eine Struktur zu geben. Denn die Räume sind eng und ab der Mittellinie herrscht Gegnerdruck von den jungen KÄMPFERHERZEN die sofort in Schlagdistanz auf den Gegenspieler gehen, Spielfortsetzungen im Idealfall unterbinden und mindestens erschweren. Das bekam am letzten Sonntag der SV Budberg zu spüren, der das Angreifen dann teilweise ganz einstellte, und meistens zumindest nicht wusste mit welchen Lösungsansätzen man dem entgegen treten kann. Und nun biss sich also der nächste Regionalligist und kein geringerer als die Borussia aus Mönchengladbach die Zähne aus. Doch wer nun denkt, es herrsche „Catenaccio“ auf dem Platz, der sieht sich schnell getäuscht. Denn Scuderi kreiert eine Mischung aus kompaktem Defensivverbund gegen den Ball, Ballbesitzfußball mit koordiniertem Aufbau aus der Dreierkette und hoch stehenden Aussenverteidigern, und darüber hinaus geht es ihm um den Umschaltmoment. Mit schnellem und sicherem Passspiel soll im Angriffsdrittel die Platzbreite ausgenutzt werden und Chancen mit zwei bis drei Offensivkräften kreiert werden. Und was bleibt dem kleinen Spielberichteschreiber anderes übrig als zu erkennen; es funktioniert! Schaut man auf die Ergebnisse, funktioniert es sowieso, denn der zweite Sieg im zweiten Testspiel gegen den zweiten Regionalligisten bei nur einem Gegentor zeigt zumindest dass diese Spielklasse nicht unerreichbar ist. Aber auch der Spielverlauf, die Arbeit auf dem Platz ist stimmig. Klar, es klappt noch lange nicht so wie es im Idealfall klappen kann, das Spiel erfordert Konzentration zu jeder Zeit auf jeder Position in jeder Zone des Platzes, keine kann ausruhen. Und wenn in der Vorbereitung das Grundlagen Ausdauer Training dazu kommt, dann sind die Beine schwer oder Kopf manchmal einfach auch müde. So zu beobachten beim Spiel auf heimischem Geläuf am gestrigen Abend. Es fehlte oft das Tempo in den Aktionen gegen den Ball genauso wie mit dem Ball. Es fehlte im entscheidenden Augenblick die Ruhe am Ball, und der zündende Moment mit der richtigen Idee. So jedenfalls reflektierten es die kritischen Protagonistinnen selber unmittelbar nach dem Spiel. Aber genau das macht den Anspruch ja auch deutlich – sie wollen das einfach! Und es wächst die Zuversicht dass sie es auch können. Für die gute Arbeit gegen den Ball, belohnten sie sich früh auch mit eigenen Chancen. Sogenannten Nadelstichen. Und immer wieder mal diese Spieleröffnungen mit dem „40-Meter-Mats-Hummels-Gedächtnis-Pass“ eingestreut. So vorgetragen von Hannah Giebels in Spielminute 12, als sie mustergültig Danisha Bruins in der Spitze bedient. Und das die weiss was man mit dem Spielgerät anzufangen hat, das weiss der geneigte Zuschauer inzwischen auch. Jedenfalls in Rheinberg und seit gestern auch in Mönchengladbach. 1:0 – PAMM! Der weitere Spielverlauf ist schnell geschildert. Gladbach biss sich die Zähne aus, probierte es mit allem was der Fußball kennt, schnelle Positionswechsel, Doppelpassspiel und am Ende auch noch Distanzschüsse. Doch nichts fruchtete. Es blieb beim knappen Sieg der dem Favoriten sicher unverdient erscheinen mag. Doch so einfach ist es sicher nicht. Gladbach tat das, was man von einem Favoriten erwarten darf, sie versuchten das Spiel zu machen. Und die KÄMPFERHERZEN taten dass was man von diesem jungen engagierten Team erwarten darf, kämpfen und spielen. Mit Leidenschaft – mit Freude – mit Moral. Und am Ende auch mit dem nötigen Quäntchen Glück, dass man, wie wir dank eines führenden Fußballphilosophen wissen, auch mal erzwingen kann. Bravo an das Team und  die Trainer, sowie alle Betreuer rund um den Platz, auch an das Publikum! Und danke an Borussia Mönchengladbach für die Bereitschaft auf dem Land anzutreten. Wir haben uns bemüht gute Gastgeber zu sein und mit unseren bescheiden Mitteln ein würdiger Gegner zu sein. Wir hoffen dass uns das gelungen ist.