Zu einer späten Pokalrevanche kam es am vergangenen Mittwochabend im schönen Düsseldorfer Stadtteil Urdenbach. Es war ebenfalls im März, bis auf zwei Tage genau zwei Jahre her, da trafen die beiden U17er Team erstmals aufeinander. Und zwar als frischgebackene Niederrheinligisten im FVN Pokal, und zwar ebenfalls im Achtelfinale. Und das war damals ein so packendes Spiel, dass sich nicht nur die Trainer, sondern auch die Teams anfreundeten. Und so kam es über die Zeit zu einer weitreichenden Kooperation mit gemeinsamen Tageslehrgängen und Fortbildungen. Das damalige Duell entschied der TSV Urdenbach mit 4:3 für sich. Unter veränderten Vorzeichen kamen die KÄMPFERHERZEN bei bestem Fußballwetter also wieder unter Flutlicht auf den Kunstrasenplatz der Düsseldorfer. Belastet mit der mageren Ausbeute der letzten Regionalligaspiele und mit der inzwischen ungewohnten Erwartung favorisiert ins Spiel zu gehen trafen die Mädels auf (natürlich) bestens vorbereitete und eingestellte, gestandene Niederrheinligisten. Die Fußballerinnen mit Herz wussten genau was zu tun war, den Favoriten in die ungewohnte Rolle des „Spiel-machen-müssens“ zu schieben, tief stehen und auf die Chance des „Nadelstiches“ zu warten. Und die Rechnung ging auf. Die Gastgeber standen dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte mit einem 4-4-2 gegen den Ball und überließen den KÄMPFERHERZEN die Initiative. Und wenngleich diese ihre ungewohnte Rolle schnell annahmen und dem Spiel mit hochstehenden Aussenverteidigerinnen viel Breite und mit gestaffelten Offensivkräften auch sehr gute Tiefe im Spiel hatten, es war einfach kein Durchkommen. Und wie immer wenn man mal gerade kein Glück hat, es kommt auch noch Pech dazu; die bestens aufgelegte Torhüterin unserer Gastgeber klärte ein ums andere Mal die gut geschossenen Freistöße und Fernschüsse. Die gut geschlagenen Eckbälle von Kapitänin Anna Schneider brachten meist nichts ein. Dann setzt sich Urdenbach nach Einwurf links vorne, in einem Augenblick der Unaufmerksamkeit stark durch und trifft aus spitzem Winkel zur 1:0 Führung, eine Minute vor dem Halbzeitpfiff. PAMM! In your Face! Doch die KÄMPFERHERZEN liessen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Sie überstehen die Sturm- u. Drangphase der Blauroten direkt nach Wiederanpfiff schadlos, klar, die wollen direkt nachlegen! Doch langsam erarbeiten sich die Hauer Mädels wieder deutlich das Übergewicht. Ab der Minute 55 spielt nur noch Hau. Urdenbach wirft sich in alles und setzt nur noch gelegentliche Entlastungkonter. Diese doch fast immer brandgefährlich. Und ja, sie hätten auch mit 2:0 in Führung gehen können, vielleicht sogar müssen. Doch spielerisch gestalten die Gäste das Geschehen und sie geben nicht auf! Immer wieder laufen sie das Bollwerk und suchen die Lücke, gehen 1:1 und suchen die Box. Immer wieder Freistöße, mal drüber, mal Latte, mal gehalten. 79. Minute, erneut Freistoß aussichtsreiche Position. Dieses Mal versucht es Kira, weil halbrechte Position. Sie läuft an druckvoll aber mit Gefühl schlägt sie den Ball in Richtung Tor, und der schlägt ein!! 1:1 in der sprichwörtlich letzten Minute. Klar dass das Publikum tobt. Doch unverdient war das sicher nicht. Es geht in die Verlängerung und der „Abnutzungskampf“ geht weiter. Und Hau bleibt weiter geduldig. Und wieder ein Freistoß, wir schrieben die 8. Minute der Nachspielzeit. Anna läuft wieder an. Hat sich ja schon immer näher herangearbeitet, zuletzt die Latte getroffen. Und … – WIEDER LATTE! Doch Emily ist nachgegangen und köpft unbedrängt vom 16er ins Tor! JA!! 2:1!! Nun wirft Urdenbach alles nach vorne, kommt immer wieder zu Konterchancen. Hau bleibt cool. Offensivfoul Urdenbach in Minute 102 am 16er der Gäste. Anna legt den Ball hin, der Blick geht in die Tiefe, Kira nickt und sprintet los, Anna mit Druckpass und sensationeller Packingrate überspielt die gesamte gegnerische Mannschaft und erreicht Kira, Annahme Kira, volles Tempo, an der herausgeeilten Keeperin vorbei, 25 Meter, eingeschoben! 3:1 Sack zu! Zum ersten Mal in unserer Geschichte stehen wir im Viertelfinale!

Es ist niemals leicht gegen ein befreundetes Team zu gewinnen, so wie in der letzten Saison im vorentscheidenden Meisterschaftsspiel gegen unsere Freunde des 1.FC Mönchengladbach. Und wir verneigen uns vor der Leistung der Urdenbacher, die wie Löwinnen gekämpft haben. Aber – wir freuen uns. Erfolgserlebnisse sind einfach zuletzt nur selten gewesen. Danke für diesen geilen Pokalabend nach Urdenbach!